e*camp auf der Burg Lohra (Nordthüringen)

Auf der Burg Lohra veranstaltet die Gruppe e*vibes in diesem Jahr (6-11 Juni) das: e*camp gegen Kapitalismus und sein Geschlechterverhältnis. Dort soll es um folgendes gehen: “Warum gibt es überhaupt “Geschlecht”? Wo entsteht die Einteilung in “Mann” und “Frau”? Eher in alltäglichen Handlungen oder in gesellschaftlichen Strukturen – und sind diese voneinander trennbar? Warum besteht soziale Ungleichheit zwischen verschiedenen Geschlechtern? Wie schafft es dieses Geschlechterverhältnis, so lange zu überdauern, und wie wichtig ist es für das Fortbestehen des Kapitalismus? In welchem Verhältnis steht die Emanzipation „der Frau“ zur allgemein menschlichen Emanzipation?

Uns interessiert, was Wert mit Hausarbeit, Identität mit Herrschaft, Queer Theory mit Feminismus, Marx mit Butler und was Geschlecht mit uns zu tun hat.

Welche Überlegungen gab es dazu schon, welche gibt es heute? Welche praktischen Veränderungsmöglichkeiten sehen wir – und wie radikal sind diese?

Wenn ihr gemeinsam mit uns Antworten auf diese und andere Fragen finden wollt, kommt zum e*camp:
Vorträge, Workshops, Diskussionen, auf der Wiese rumhängen, Open Space, Ruhe haben, essen, Sonne genießen, Plena, sich organisieren, austauschen, dazulernen, tanzen, lesen, grimmig gucken oder auch nichts von alledem.” (Auszug aus der Internetseite)

Das halten wir für ein kluges und interessantes Programm auf das wir gerne aufmerksam machen und freuen uns darüber das dies hier in Thüringen stattfindet. Unter ecamp.blogsport.de/ findet ihr alle notwendigen Infos. Falls Interesse besteht können wir eine gemeinsame Anreise aus Erfurt organisieren.

06.-11. Juni 2013
Burg Lohra (Thüringen nahe Nordhausen)

e*camp

Andrea Trumann – Die Transformation des Privaten in Zeiten von Hartz IV und Betreuungsgeld

Vortrag – 1 Juni 2013 – Veranstaltungsort: Filler – offenes Jugendbüro der DGB Jugend (Schillerstraße 44, 99096 Erfurt)

Die Kleinfamilie galt für die bürgerliche Gesellschaft jahrhundertelang als schützenswertes Gut. Hier im Privaten sollte der Mann sich von der Arbeit, die der öffentlichen Sphäre zugerechnet wurde, erholen und die Kinder im harmonischen Familienverband aufwachsen. Zuständig für diese Aufgaben war die Frau, die, wenn es dem Ideal entsprach, von der Berufsarbeit befreit und vom Mann abhängig war. Dieses Ideal, nie vollkommen durchgesetzt, mag immer noch präsent sein, hat aber in den letzten Jahrzehnten einigen Wandel erfahren. Aktuell scheint das Modell der Ehe durch den Gesetzgeber vollkommen ausgehöhlt zu werden. Scheidungsgesetze, die den Unterhalt der Frau auf ein Minimum reduzieren, setzen eine staatliche Zwangsemanzipation der Frau in Gang, von der die Frauenbewegung kaum zu träumen wagte – dies jedoch, zumal in Zeiten latenter oder manifester Wirtschaftskrisen, auf dem Rücken der Frauen, die dabei ihre Probleme oftmals, wie ehedem, nicht als politische, sondern als private erfahren.

Die Veranstaltung will darlegen, wie es sich mit dem Verhältnis von Privat und Öffentlich in der bürgerlichen Gesellschaft verhält: dass sich hierdurch – und nicht durch Biologie – das Verhältnis der Geschlechter ausdrückt. An aktuellen Beispielen wie dem Scheidungsrecht, Hartz IV und dem Betreuungsgeld soll dargestellt werden, wie sich dieses Verhältnis verändert hat und was dies für Auswirkungen auf Frauen und Männer hat. Diskutiert werden soll auch, ob es sich bei den genannten Maßnahmen um eine präventive Krisenlösungsstrategie handelte, die geholfen hat, Deutschland in der gegenwärtigen Weltrezession als Gewinner erscheinen zu lassen..

Andrea Trumann ist Diplompädagogin und hat u.a. eine Einführung in den Feminismus bei Schmetterling und eine Kritik der Biopolitik im Verbrecherverlag veröffentlicht. Außerdem hat sie Artikel u.a. für die Phase II, Outside the box und Jungle World geschrieben.

LV Thüringen goes to Workers Youth Festival

Vom 09. Bis 12. Mai fahren wir nach Dortmund zum Workers Youth Festival.
Vier Tage lang wollen wir feiern, diskutieren und Genossinnen und Genossen aus anderen Gliederungen und unseren Patnerorganisationen aus aller Welt kennen lernen.

Auf dem Programm stehen Workshops zu Kapitalismuskritik, Sozialistischer Erziehung als praktischer Gesellschaftskritik und Feminismus und viele mehr.

Für musikalische Begleitung sorgen die Orsons, Feine Sahne Fischfilet, Sookee und andere…

Den ganzen Spaß gibts für nur 35€ all inclusive (Anreise, Übernachtung, Programm, Vollverpflegung)
Weitere Infos unter:

http://www.workersyouthfestival.org/

http://www.facebook.com/events/300738843385663/

Wochenendseminar zur “Dialektik der Aufklärung”

vom 19. – 21.04.2013
in Erfurt

(Veranstaltungsort wird noch bekannt
gegeben.)

„Dialektik der Aufklärung – Worum Gehts?“

Zwischen 1939 und 1944 schrieben Max Horkheimer und Theodor W. Adorno die „Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente“. Das Buch, das als eines der Hauptwerke der Kritischen Theorie gilt, unternimmt den Versuch der „Erkenntnis, warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“.

Diese Barbarei, gemeint damit vor allem der Nationalsozialismus, wird dabei nicht als etwas von außen an die Aufklärung herangetragenes behauptet, sondern als deren schlechte Verwirklichung. Horkheimer und Adorno unternehmen den Versuch einer Selbstreflexion der Aufklärung auf ihre selbstzerstörerische Dialektik. Während mehrerer Wochenendseminar wollen wir uns gemeinsam den Text aneignen und der Frage nach der Aktualität der Überlegungen Adornos und Horkheimers für eine gegenwärtige Gesellschaftskritik nachgehen.

Während des zweiten Seminars wollen wir das Kapitel „Odysseus oder Mythos und Aufklärung“ gemeinsam lesen und diskutieren.

Ein Einstieg bei Nicht-Teilnahme am ersten Seminar ist natürlich möglich.
Ein Reader wird nach Anmeldung zugesandt.

Teilnehmerbeitrag
(für Vollpension und Programm): € 10,-

zu bezahlen auf dem Seminar.
(Wenn benötigt sind Übernachtungsmöglichkeiten privat vorhanden)

Anmelden
bis spätestens Mittwoch, 11.04.13

am besten per email an
kontakt@falken-erfurt.de
oder bei der dir bekannten Falkin
oder dem dir bekannten Falken.

Mehrteilige Gruppenhelfer*innen Schulung (Juleica)

Du möchtest als Gruppenhelfer*in aktiv werden, Ferienfreizeiten als Betreuer*in mitgestalten oder einfach erstmal bei uns reinschnuppern und mit uns über Erziehung&Pädagogik diskutieren?

Dann melde dich zur mehrteiligen Gruppenhelfer*innen Ausbildung an. Gemeinsam wollen wir uns pädagogische, methodische und rechtliche Grundlagen der Gruppenarbeit aneignen.

Warum als Gruppenhelfer*in aktiv werden?

Wir Falken treten für eine andere, bessere Welt ein. In unseren Zusammenhängen, in unserer pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wollen wir versuchen diese Vorstellung ein Stück weit zu antizipieren. Sozialistische Erziehung bei den Falken ist der Versuch einer auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit ausgerichteten Pädagogik. Wir wollen anders leben und anders miteinander umgehen: Wir wollen uns helfen, anstatt wegzusehen. Wir wollen solidarisch handeln, anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen.

Sozialistische Erziehung ist für uns Teil einer praktischen Gesellschaftskritik. In der jetzigen Gesellschaftlichen Situation scheint die Kritik am Bestehenden fast vollständig getilgt. Doch wie es ist darf es nicht bleiben. Wir wollen mit unserer pädagogischen Arbeit mit dafür sorgen das dass Wissen davon das es anders sein könnte nicht verloren geht, wir wollen die Möglichkeit einer anderen Gesellschaft eröffnen und damit die Grundlage für eine zukünftige Überwindung des Kapitalismus zu legen. Wir denken aber auch das gemeinsame Organisierung wichtig ist um das Dasein im Hier und Jetzt erträglicher zu machen.

Schwerpunkte unserer Gruppenhelfer*innen Schulung sind:

- Wer sind die Falken?
- Sozialistische Erziehung
- Spielepädagogik
- Pädagogische, psychologische und soziologische Grundlagen unserer Arbeit
- Rechtliche Grundlagen in der Kinder- und Jugendarbeit
Grundlagen der Organisation, Finanzierung und Verwaltung

Wann und Wo??

insgesamt 36 Stunden:
in Erfurt (genauer Ort wird noch bekannt gegeben)
12-14. April 2013 Wochenendveranstaltung
Beginn: Freitag 12. April 18 Uhr
5. Mai 2013 Tagesveranstaltung
Beginn: 11 Uhr
16. Juni 2013 Tagesveranstaltung
Beginn: 11 Uhr

Um die Jugendleiter*innencard (Juleica) beantragen zu können muss an allen Teilen der Seminarreihe teilgenommen werden. Zusätzlich ist für die Ausstellung der Card ein abgeschlossener Kurs in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen oder 1.Hilfe vorzuweisen

Teilnehmerbeitrag:
(für alle Seminarbausteine, Programm und Vollpension): 20,-

zu bezahlen auf dem ersten Seminar.
(Wenn benötigt sind Übernachtungsmöglichkeiten privat vorhanden)

Anmelden
bis spätestens Montag 08.04.13

am besten per email an
kontakt@falken-thueringen.de
oder bei der dir bekannten Falkin
oder dem dir bekannten Falken.

Städtefahrt: Räte, Republik und Revolution in München 1918/1919

31.Oktober bis 04.November

Während im November 1918 in Berlin das Kaiserreich auf den Müllhaufen der Geschichte befördert wird, setzten die revolutionären Arbeiter*innen und Soldaten in Bayern den König ab und beenden damit die fast 1000 jährige Herrschaft der Wittelsbacher. Kurt Eisner ruft in München den freien Volksstaat Bayern aus und wird dessen erster Ministerpräsident. Doch es geht hoch her, die Revolutionär*innen erleiden eine Schlappe bei der Wahl und am 21.Februar 1919 wird Eisner von einem Rechtsr
adikalen erschossen. Nocheinmal formiert sich der Widerstand gegen die herrschende Ordnung und die Münchener Räterepublik wird ausgerufen. Doch schon am 2.Mai 1919 gelingt es Reichswehr und Freikorpstruppen den Aufstand niederzuwerfen und die Reaktion beginnt zu wüten.
Auf unserer Städtefahrt wollen wir uns auf die Spuren der Revolution und Räterepublik begeben, uns mit deren Forderungen und Schicksal auseinandersetzungen und natürlich auch München kennenlernen.

Abfahrt ist am Mittwoch um 10.30 Uhr aber Erfurt. Rückkehr am späten Sonntag Nachmittag.

Für Frühstück und Abendessen, Fahrt usw. müssenl wir leider einen Teilnahmebeitrag von 35€ nehmen. Am scheiß Geld soll es im Zweifel aber nicht scheitern.
Wenn Du mitkommen möchtest, melde Dich bitte bis zum 25. Oktober an unter kontakt@falken-erfurt.de. Bitte gib auch Deinen Namen und Dein Alter an.

Tagesfahrt: Thomas Müntzer, die Bauernkriege und der Himmel auf Erden

Tagesfahrt am 23.06.2012, 09.45Uhr ins Bauernkriegspanorama-Museum in Bad Frankenhausen mit Frederik Schwieger (Falken Viersen).

Im Mai 1525 wurde in der Schlacht in Frankenhausen das Schicksal der Bauernaufstände besiegelt. Von weit her war damals die versammelte Reaktion (die Landesfürsten und ihre Truppen) nach Frankenhausen gekommen um die aufständischen Bauernhaufen um Thomas Müntzer niederzuschlagen. Am Ende dieser ungleichen Auseinandersetzung lagen tausende Bauern erschlagen auf dem Schlachtfeld, Müntzer wurde gefangen, gefoltert und geköpft und es setzte eine noch Jahre anhaltende Repressionswelle gegen die Bauern ein.
Begonnen hatte alles mit der frühen reformatorischen Bewegung um Martin Luther. Doch während Luther sich auf die Seite der Herrschenden stellte, radikalisierte sich Thomas Müntzer schnell und wurde zu Luthers wichtigsten innerreformatorischen Gegner. Seine Theologie war durchtränkt mit einer Parteilichkeit für die unterdrückten Bauern und einer Frontstellung gegenüber dem Adel. Sein Ziel war es, das Reich Gottes auf Erden zu errichten, die Menschen für ihn Gleiche, die gemeinsam, gemeinschaftlich (omnia sunt communia) die Erde fruchtbar machen sollten.
Und während die Lebenssituation der Bauern damals immer unerträglicher wurden und aller Orten offene Auseinandersetzungen mit dem Adel ausbrauchen, fanden sie in den Ideen Müntzers eine Theorie, in der sich ihre Kritik des bestehenden artikulieren konnte. Die blutige Schlacht in Frankenhausen markiert das Ende dieses frühen Versuchs Gesellschaft anders zu gestalten und mit der Logik von Ausbeutung und Herrschaft zu brechen.
Zum Gedenken an Müntzer und die aufständischen Bauern wurde in Frankenhausen ein monumentales Panoramabild errichtet. Es entstand in einer Zeitspanne von zehn Jahren (1976-1987) und ist eines der größten Tafelbilder der Welt. Gemeinsam wollen wir das das Panoramamuseums besuchen und uns mit Müntzer, dem Bauernaufständen und seinen Ideen beschäftigen.

Treffpunkt zur Abreise ist der Erfurter HBF, Sa. 23.06.2012, 09.45 an der Anzeigetafel.

Kosten entstehen keine, für Leute die einen Fahrschein benötigen, wird es Gruppentickets geben. Meldet euch nach Möglichkeit bitte an, damit wir besser planen können.

Bewirtschaftungsreserve gefährdet die Arbeit der Thüringer Jugendverbände und die Bestrebungen für ein tolerantes, weltoffenes Thüringen

Die politischen Jugendverbände zeigen sich besorgt

Mit großer Sorge und großem Unverständnis haben die Thüringer Jugendverbände Naturfreundejugend, Landesjugendwerk der AWO, Bund Deutscher PfadfinderInnen, SJD – Die Falken und Jusos Thüringen die Diskussion um die Bewirtschaftungsreserve für die freien Titel vernommen. Zwanzig Prozent wurden durch den Thüringer Finanzminister verordnet. Der im Dezember 2011 durch den Thüringer Landtag beschlossene Haushalt beruht bereits auf einem Minimalkonsens. „Und die Höhe des Etats gerade im Bereich Soziales, insbesondere der Jugendförderung, stellt nur noch ein Mindestmaß zur Sicherung wichtiger, weil zukunftsgewandter Arbeit dar“, so Franz Sommerfeld, Landesleiter der Naturfreundejugend.
Vor dem Hintergrund, dass im Bereich der Jugendarbeit seit Jahren die Zuweisungen gesunken sind, stellt jede weitere Kürzung – denn nichts anderes ist diese Bewirtschaftungsreserve – schlussendlich einen schmerzhaften Einschnitt dar. Allein im Bereich der Jugendverbandsarbeit auf Landesebene wurden in der Zeit von 2002 bis 2009 kontinuierlich über 700.000 EUR `eingespart` und somit über 30% der Mittel gestrichen. Die Bewirtschaftungsreserve sehen die politischen Jugendverbände als einen Auftakt für weitere Kürzungen vor allem im sozialen Bereich. „Und hier treffen sie genau die Falschen, nämlich jene, die sich am wenigsten wehren können“, so Philipp Schweizer, Vorsitzender der Falken Thüringen. Finanzielle Kürzungen, egal wie man diese benennt, beeinträchtigen das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen sowie die Weiterentwicklung von Jugend(verbands)arbeit.
Die Investitionen in die Kinder- und Jugendarbeit bedeuten immer auch eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Diese zentrale Erkenntnis scheint bei solchen Kürzungsmaßnahmen immer wieder aus dem Blickfeld zu geraten. Gerade in den Jugendverbänden und durch ihre vielfältigen Angebote werden Kindern und Jugendlichen neben Bildungsinhalten notwendige soziale Kompetenzen für das alltägliche Miteinander, wie Konfliktfähigkeit, Eigenverantwortung oder die Sinnhaftigkeit politischen Engagements für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft vermittelt. „Und ebendiese Arbeit hängt vor dem Hintergrund, dass die Verbände und andere soziale Träger nicht wissen, wie sich die Debatte entwickeln wird, in der Schwebe“, erklärt Sabrina Große vom Landesjugendwerk der AWO. „Gerade bei Projekten, die im Januar im Rahmen des neuen Landesjugendförderplanes oder des Landesprogramms für Demokratie begonnen wurden, herrscht Unsicherheit, ob bzw. wie sich die Bewirtschaftungssperre auswirken wird.“
Es überrascht auch, dass das Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit nicht verschont werden soll. Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen zum ‚Rechtsextremismus‘ und der Aussage von Seiten der Ministerpräsidentin, dass man geschlossen und nachhaltig ‚gegen Rechts‘ vorgehen müsse, erscheint eine Kürzung in diesem Bereich absurd und kontraproduktiv. Für die politischen Jugendverbände, die sich schon seit ihrer Gründung für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen, gehört diese Arbeit schon immer zu den wichtigsten Aufgaben. Durch das Landesprogramm für Demokratie wurde erstmalig die Möglichkeit gegeben die verbandliche Bildungsarbeit gegen Tendenzen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auf ein höheres Niveau und eine breitere Basis zu heben. Auch diese Arbeit hängt in der Schwebe.

Unter diesen Umständen fordern die Jugendverbände Herrn Voss auf, die Bewirtschaftungsreserve sofort aufzuheben und zu einer verlässlichen Partnerschaft zurück zu kehren.

Resolution für einen Abschiebestopp in den Kosovo, Montenegro, Albanien und Serbien

Die Bundesregierung unterschrieb 14. April 2010 ein Rückführungsabkommen mit dem Kosovo. 14.000 Menschen sollen zwangsweise in den Kosovo rückgeführt werden, bis zu 2.500 jedes Jahr. Mehr als zwei Drittel der von Abschiebung bedrohten Menschen sind Roma, mehr als die Hälfte davon sind nach Angaben von UNICEF Kinder. Auch in Thüringen sind Menschen akut von Abschiebungen bedroht, andere wurden bereits abgeschoben.
Insbesondere die Angehörigen der Minderheiten Roma, Ashkali und Ägypter waren es, die zur Zeit und infolge des Kosovokrieges geflohen sind, da sie in ihrem Land ausgegrenzt und verfolgt wurden. Mit Erreichen der staatlichen Unabhängigkeit und der Anerkennung der Republik Kosovo durch den Großteil der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, sollen diese Menschen wieder in den Kosovo zurückkehren, da die einstigen Fluchtursachen nicht mehr bestünden. Wer nicht freiwillig ausreise, wird zwangsrückgeführt, abgeschoben.
Dass sich die Lage für Angehörige der Roma, Ashkali und Ägypter im Kosovo jedoch nicht wesentlich verbessert hat, zeigen zahlreiche Berichte von Amnesty International, des UNHCR oder auch der OSZE. Auch die kosovarische Regierung bestätigt, dass Roma, Ashkali und Ägypter nach wie vor Diskriminierungen ausgesetzt sind. Die Arbeitslosigkeit der Roma liegt weitaus höher als die durchschnittliche Arbeitslosigkeit von bereits 50%. Sozialhilfe in Höhe von monatlich 70 Euro für eine Familie kommt nur zur Auszahlung, wenn ein Kind der Familie unter fünf Jahren oder eine im Haushalt lebende Person über 65 Jahre ist. Wohnraum ist damit nicht zu finanzieren, altes Eigentum ist zerstört oder gegenwärtig von anderen Menschen bewohnt. Gerade bei der Abschiebung in den Wintermonaten drohen existenzgefährdende Lebensbedingungen ohne Obdach.
Besonders problematisch stellt sich ebenfalls die Lage für Kosovaren dar, die in Deutschland geboren wurden und nun als Ausländer in den Kosovo zurück abgeschoben werden. Diese – meist noch Jugendlichen – sprechen meist weder die Sprache des Landes noch kennen sie die verbreiteten Lebensgewohnheiten. Auch hatten sie vorher keinen Wohnsitz, an den sie nun zurückkehren können. Zusätzlich zur ethnischen Ausgrenzung droht ihnen nun auch die Ausgrenzung als Ausländer. Der Zentralrat der Sinti und Roma berichtet gegenüber dem Deutschen Bundestag von Fällen inter-ethnischer Gewalt gegenüber abgeschobenen Roma-Familien im Kosovo.
Eine ähnliche Situation stellt sich in den anderen Balkanstaaten Serbien[1], Montenegro[2] und Albanien dar. Auch hier droht den geflohenen Roma Ausgrenzung und Diskriminierung.


Deshalb fordern wir die Regierung Thüringens auf, dem Beispiel anderer Bundesländer, z.B. Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu folgen und

  • alle Abschiebungen in den Kosovo, Montenegro, Albanien und Serbien bis
    mindestens Ende April 2012 im Rahmen eines sogenannten Wintererlasses
    auszusetzen
  • sich auf Bundesebene aufgrund der aktuellen Lebensverhältnisse für ein
    generelles Verbot von Abschiebungen in den Kosovo sowie von Abschiebungen
    aus dem Kosovo stammender Menschen in die Republik Serbien und von
    Abschiebungen von Roma, Ashkali und Ägyptern einzusetzen.
  • UnterzeichnerInnen:

  • Flüchtlingsrat Thüringen e.V.
  • Jusos in der SPD Thüringen
  • Renate Licht, Vorsitzende DGB Thüringen
  • Liga der freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V.
  • Petra Albert, Beauftragte für Migration und interreligiösen Dialog der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
  • Landesjugendwerk der AWO Thüringen
  • Wolfgang Lemb, 1. Bevollmächtigter IG Metall Erfurt
  • Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland
  • Bruno Heller, Diözesan-Caritasdirektor, Caritasverband für das Bistum Erfurt e.V.
  • Matthias Machnig – Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie
  • Jochen Staschewski – Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit
  • bund evangelischer jugend in mitteldeutschland (bejm)
  • ezra – Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
  • Refugio Thüringen e.V.
  • Naturfreundejugend Thüringen
  • Grüne Jugend Thüringen
  • Linksjugend [`Solid] Thüringen
  • Sozialistische Jugend Deutschland – Die Falken, Landesverband Thüringen
  • [1]Serbien muss Zwangsräumungen von Romasiedlungen stoppen
    [2]Amnesty Jahresreport 2009 zu Montenegro.

    Sozialistische Erziehung

    Samstag 17.12.2011, 11.00 Uhr – 16.00 Uhr.
    Tagesseminar mit Björn Oellers (Falken Hamburg)

    Sozialistische Erziehung ist eine Voraussetzung zur Veränderung der Gesellschaft. Und sie ist ein wichtiger Teil sozialistischer Politik. In ihr geht es darum, ein Geschichtsbild zu vermitteln, in dem die Geschichte und Gesellschaft als von Menschen gemachte und damit auch von Menschen bewusst veränderbare verstanden wird. Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Utopie zu vermitteln. Denn es gibt keinen Sozialismus als feste Idee, die es nur umzusetzen gälte. Damit kann sozialistische Erziehung auch nicht bestimmte Menschen hervorbringen, sie läuft nicht auf einen vorab festgelegten Menschentypus hinaus.

    Sozialistische Erziehung geht davon aus, dass der Mensch sich nicht von heute auf morgen verändert. Die Veränderung seines Verhaltens ist ein Lernprozess, in dem viele Dinge Zeit benötigen. Hier zeigt sich, dass die Erkenntnisse aus der sozialistischen Erziehung grundlegend für das Verständnis von Revolutionen sind. Auch hier, obwohl eine Revolution eine radikale Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse bedeutet, werden die Menschen nicht einfach zu radikal neuen Menschen. Dazu sind wir zu tief von dem geprägt, was wir im Kapitalismus täglich erfahren: Konkurrenz, Gewalt, Hierarchien, Nationalismus usw. Sozialistische Erziehung ist jedoch Erziehung zu einer anderen Gesellschaft, zu einer Gesellschaft frei von diesen Dingen. Sie will die Erfahrungen ermöglichen, die Menschen benötigen, um die konkurrenzhaften, gewalttätigen, etc. Verhaltensweisen zu verändern. Sie will Menschen befähigen, eine andere Gesellschaft zu schaffen – und nicht lediglich die alte zu reproduzieren.

    Wie das zu erreichen ist, wie die Erziehung der Erzieher stattfinden kann, welche Funktion Gruppen und Kollektive dabei haben, welche Möglichkeiten sozialistische Erziehung bietet, das wollen wir in diesem Seminar diskutieren.


    Filler., Schillerstr.44, Erfurt.
    Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.